Geschäfte

Wirtschaftsprofil : In wirtschaftlichen Angelegenheiten befindet sich Barcelona auf einem aufstrebenden Ast. Die Stadt verstand es während des vergangenen Jahrzehnts ihr Potential als Brücke zwischen der iberischen Halbinsel und dem übrigen Westeuropa voll auszuschöpfen, und damit gelang Barcelona der Sprung ins neue Jahrtausend so gut wie kaum einer anderen Stadt. Ihre Rolle als bedeutender Mittelmeerhafen, der sich mit Marseille und Genua messen kann, unterstreicht die Stadt heute mehr denn je, was nicht zuletzt auch am liberalen spanischen Hafenrecht liegt, das der Autoritat Portuària de Barcelona mehr unabhängige Kontrolle verlieh.

Barcelona ist eines der größten Industriezentren Spaniens, das wirtschaftliche Rückgrat bildet die textilverarbeitende ebenso wie die Automobilindustrie: Nissan und Seat sind hier mit Produktionswerken ansässig. Die Unterhaltungselektronik sowie die chemische und pharmazeutische Forschung sind weitere bedeutende Wirtschaftssektoren, ebenso wie Design, Verlagswesen und Werbung.

Neben dem Tourismus waren in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem die Olympischen Spiele 1992 ein entscheidender Faktor, die Auslöser für notwendige Investitionen und die Verbesserung der städtischen Infrastruktur in Höhe von acht Millionen US-Dollar waren. Die enorme Marketingkampagne, die die Spiele begleitete, unterstrich Barcelonas Position als effizientes Wirtschaftszentrum und verhalf der Stadt zu einem Investionsboom im Hotel- und Tourismusbereich. Allein 1998 flossen ein Viertel aller ausländischen Investitionen in Spanien nach Barcelona. Die Wirtschaft der Stadt wuchs während des letzten Jahrzehnts beständig, was sich in einer Studie von Arthur Andersen für das Magazin Fortune im Jahr 2000 widerspiegelte, die Barcelona als drittschnellste Stadt der Welt bezeichnete, was das Wirtschaftswachstum angeht. Heute sind etwa 45% aller ausländischen Besucher Barcelonas Geschäftsleute. Die Zahl der Besucher stieg von 1,7 Mio. im Jahr 1990 auf 3,1 Mio. im Jahr 2001. Die Handelskammer Barcelonas befindet sich in der Avinguda Diagonal (Tel: (93) 44 84 48. Fax: (93) 416 93 01. Internet: www.cambrabcn.es).

Geschäftsetikette : Barcelona verfügt zwar über eine Aktien- und Wertpapierbörse, kann sich aber als bedeutender Finanzplatz und Bankenzentrum nicht mit Madrid messen. Allerdings verfügt Barcelona über das landesweit wichtigste Tagungs- und Messezentrum mit imposanten Einrichtungen wie dem Montjuïc 1 und 2, Avinguda Reina M.Crisina (Tel: (93) 233 20 00. Fax: (93) 233 20 01), das alleine im Jahr 2000 über 2,24 Mio. Besucher begrüßen konnte. Darüber hinaus gibt es das ultramoderne World Trade Center in Port Vell (Tel: (93) 508 80 00. Fax: (93) 508 80 10).

Geschäftsetikette : Das Geschäftsleben Barcelonas ist ausländische Besucher gewohnt, und viele Geschäftsleute hier sprechen Englisch oder Französisch. Katalanisch wird auf Meetings nur gesprochen, wenn ausschließlich Muttersprachler anwesend sind; ansonsten kommt Spanisch zum Einsatz.

Die üblichen Geschäftszeiten liegen zwischen 08.00 oder 09.00 Uhr morgens bis etwa 18.00 oder 19.00 Uhr abends. Die ausgedehnte Mittagspause dauert oft von 13.30 Uhr bis 15.00 oder 16.00 Uhr. Diese Zeiten variieren je nach Größe und Art des Unternehmens. Auf Pünktlichkeit wird Wert gelegt. Formelle Kleidung ist die Norm; Frauen wie Männer sollten zu geschäftlichen Anlässen im Kostüm bzw. Anzug erscheinen. Männer sollten zudem eine Krawatte tragen. Bei der gegenseitigen Vorstellung werden Visitenkarten ausgetauscht. Alle Spanier haben zwei Nachnamen, jedoch wird bei der Konversation nur der erste verwendet. Auf akademische oder berufliche Titel sollte geachtet werden.